Ein aufregendes Wochenende

Auf zwei Hochzeiten kann man nicht tanzen.

Das halten wir für ein Gerücht und betätigten uns an diesem sonnenträchtigen Wochenende gleich auf zwei Veranstaltungen.

Während der überwiegende Teil des Teams auf der ersten Outdoor Regatta in Neuruppin kämpfte, waren die anderen auf dem 1. Berliner Wassersportfest an der historischen Regattastrecke in Berlin-Grünau präsent.

 

23. Mai- und Hafenfest Neuruppin

Das erste Rennen unter dem freien Himmel hat dieses Jahr mit einer heißen Diskussion in der Damendusche angefangen. ALKOHOLPROBLEM!

Der letzten E-Mail zufolge sollten die Taschen der Sportler am Eingang auf Alkohol hin untersucht werden!! Ein Wettkampf ohne die traditionelle Sektflasche zum Anstoßen? Undenkbar! In dem dampferfülltem Raum wurden die phantasievollsten und erfinderischsten Ideen diskutiert. Wie schmuggelt man die untersagte Ware an der Security vorbei? Ist ein Verbot vor dem Gesetz überhaupt vertretbar? Geht es nur um die Glasflaschen wie bei einem Konzert oder um den Alkohol als solchen? Und so weiter und so fort…

Eine schlaflose Nacht habe ich mir zwar nicht eingehandelt, aber manche stinknormale Wasserflasche UNAUFFÄLLIG in die Sportklamotten eingewickelt und ein flaues Bauchgefühl beim Passieren der tastenden Händen waren schon dabei

OHNE BÄNDCHEN KOMMST DU HIER NICHT REIN!

In der Zeit des geduldigen Wartens auf die Passierscheine, hat Miss Sophie ihren Charme ausgeübt. Spricht, sie hat ihre Connections spielen lassen und sich selbst nebst 2 starken Männern incl. einer riesigen „alkoholfreien“ Umhängetasche den Zutritt verschafft. Es war sehr angenehm, auf der Wiese den Pavillon bereits in der aufrechten Position vorzufinden

Rennmäßig gekleidet und dicht an der Startlinie stehend haben einige von uns den 1. Vorlauf als Zuschauer verfolgt, um sich wichtige Eindrücke auf dem unbekannten Terrain zu verschaffen. Neu war z.B. die Art, mit der die Startleute auf dem Ponton die Boote festgehalten haben. In aufrechter Position! Sie haben durch den Schlitz am Heck ein Seil durchgeschlungen und das eine Ende beim dem allbekannten Piep-Top einfach losgelassen. Pfiffig!

Die Bahnen schienen ungewöhnlich eng gewesen zu sein und markiert waren sie beinah gar nicht. Lediglich mit einer Boje am Start und der nächsten im Ziel. Ich hätte als Steuermann das Hosenflattern bekommen. Bei diesem Rennen hatte tatsächlich ein Steuermann sein eigenes Boot durch die falsche Lücke gequetscht. Aus unserer Sicht sah es nach keiner Kollision aus, das rechts fahrende Boot musste aber von der geraden Linie abweichen. Ob es wohl zu einem Protest führte?

Wir waren an diesem Tag ein echtes MIX-Team. Fünfzig Prozent der Bootsbesatzung waren Frauen. Ein Nachteil zu den mindestens-sechs-Frauen-Booten? Das sollte sich zeigen.

Beim sechsten Rennen standen also am Start nicht nur die reinen Männerboote sondern auch unser Halb-und-Halb-Boot. Ich habe mir, ehrlich gesagt, darüber überhaupt keine Gedanken gemacht, aber es tat schon gut, wie uns der Captain nach dem Rennen gelobt hatte. Angeblich wurden wir auf dem Wasser beobachtet und mit belustigten Blicken verfolgt. Auf der Ziellinie jedoch gab es KEINE Bootslänge Rückstand und eine 51-ziger Zeit hat uns NICHT ins Abseits befördert. GRINS!

Wenn sich die Kinder in den Körpern der Erwachsenen langweilen, machen sie Blödsinn. Oder war die prallende Sonne auf dem weiten blauen Himmel schuld?

In der großzügigen Pause zwischen dem ersten und dem zweiten Rennen hat der weibliche Teil der Bootsbesatzung Lust auf einen Kaffee bekommen. Oder Eis? Jedenfalls auf dem Weg zu den entsprechenden Händlern lauerte eine Gefahr. Ein Tattoo-Stand! Ergebnis? Eine Hibiskus-Blüte über dem Knöchel jeder einzelnen von uns. Natürlich auf der der Paddelseite entgegengesetzten Seite. Korrektur, beinah alle. Jessis Seele wurde einer enormen psychischen Belastung ausgesetzt und ihre Psyche litt bis zum abendlichen Waschgang unter dem Gruppenzwang. Filiz jedoch, in der entscheidenden Minute nicht zur Stelle, ist unseren Krallen ausgewichen.

Zum zweiten Lauf sind wir also mit Indianerbemalung eingetreten. Und auch Jerry hat zwischenzeitlich einen blutdurstigen Irokesen gespielt. Bei der Warmfahren-Phase vor dem Start hieß es, wir probieren mal einen Start. Zu Filiz und mir auf der letzten Bank wiederrum ganz still zugeflüstert - BREMSEN! Ich dachte immer unser Furchtbar hat entspannte Zeiten im Wasser hinter dem Boot, aber der Druck war echt krass. Mit jedem Schlag wurde der Wiederstand enormer und mein Arm hat mir heftig signalisiert, ich klinke mich gleich aus der Schulter raus.

Rein gefühlsmäßig war der zweite Lauf besser. Beim Start haben wir mehr Druck ausgeübt und auch der Übergang verlief flüssiger, nur die Uhr war der Meinung, wir haben eine Sekunde zugelegt. Da einige Boote Ihre Zeiten verbessert haben, waren wir uns nicht so sicher, dass wir das Finale mit den schnellsten fahren werden, aber es hat doch gereicht!

DER LETZTE LAUF DES TAGES!

Alle 10 Bahnen sollten belegt werden. Bestimmt ein schönes Schauspiel für die Zuschauer. Laut unserer Admiralität eine denkbare Möglichkeit den Vorsprung des schnelleren Teams zum eigenen Vorteil zu machen. Also ich habe es nicht so ganz begriffen, aber es soll machbar sein, auf der Welle des leicht führenden Bootes zu reiten und kurz vor der Ziellinie den Wellenberg runtersausen und dadurch einige Meter gut zu machen.

Es hat zwar nicht so richtig geklappt, wie gedichtet, aber ist auch nicht so schlecht gelaufen. Da ich nicht bis zur Siegerehrung geblieben bin, weiß ich bis heute nicht, ob wir den vierten oder den fünften Platz belegt haben, aber es war ein wundervoller Tag, der Lust auf mehr macht!


1. Berliner Wassersportfest

Mit dem Wassersportfest wurde eine Tradition wieder ins Leben gerufen, die bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts viele Besucher an die historische Regattastrecke in Berlin Grünau lockte. Sowohl Aussteller von Boot- und Outdoorartikeln also auch Sportvereine hatte die Möglichkeit, sich an Land und auf dem Wasser zu präsentieren.

Neben Präsentationen der Bundeswehr, Feuerwehr oder des DLRG gab es Wettkämpfe historischer Rennboote, Schnupperangebote für interessierte Ruderer oder Kanuten sowie Mitfahrgelegenheiten in einem Power Boat in Miami Vice Manier.

Da das Wassersportfest praktisch drei Tage in unserem Wohnzimmer stattfand, nutzten wir als 1. Köpenicker Drachenboot e.V. die Möglichkeit, den Verein und den Drachenbootsport vorzustellen. Das Wetter spielte perfekt mit und sowohl Besucher als auch Präsentanten war in Hochstimmung. Eher spontan reifte die Idee für eine nicht alltägliche Präsentation auf dem Wasser- eine Neuauflage einer imposanten Aktion aus dem Jahre 2007. Aber ein Bild - in diesem Fall ein Video - sagt mehr als tausend Worte:

Ein Highlight sowohl für uns als auch für die Besucher und den Veranstalter. Wir werden uns freuen auch im nächsten Mai wieder dabei sein zu können.
Es war uns ein Fest - ein schönes Wassersportfest!

Weitere Bilder vom 1. Berliner Wassersportfest und von der Reagtta in neuruppin findet Ihr hier.

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