Geschichte einer Spätsommertour

Aktiv-Wochenende in der Sächsischen Schweiz ...

An einem, für viele Leute gewöhnlichem, Freitagnachmittag - am 26. Tage des Monats August im Jahre des Herren 2011 - flogen die warnenden elektronischen Nachrichten schneller als ein Ping-Pong-Ball hin und her. Die Handys piepsten unentwegt, aber den Insassen manches eines Autos - auf dem Weg in die Sächsische Schweiz - blieben die Staus nicht erspart.

In ziemlicher Dunkelheit tasteten sich die Scheinwerfer unseres Beförderungsmittels unschlüssig durch den schmalen Weg unter dem Eisenbahntunnel durch, an dem unentdeckten Tipi vorbei, bis zu den - die Zielgerade verkündenden und direkt neben der Ochelbaude ruhenden - Kumpanen. In einer erfrischenden Geselligkeit - mit manch einem Glas Sekt, Bier und wer weiß, was alles die Tischplatten in dieser Sommernacht hergaben - verbrachten die abgesottensten Wassersportler im Urlaub miteinander beinah die ganze Nacht.

Sächsische Schweiz

Obwohl viele Häupter ihre Kopfkissen erst um 3 Uhr früh aufgesucht hatten, trampelten die Meisten eine halbe Stunde zu früh vor dem Frühstückssaal.

Mit einem - durch Frühstücksbrötchen nachgebessertem - Lunchpaket, den Schildern "Zu den Zügen" folgend, gelangten wir nach Bad Schandau. Weiter mussten wir uns der Elbe-Fähre sowie der Kirnitzschtalbahn bedienen. Bald darauf standen wir am Fuße der Häntzschelstiege.

Nach ein paar unvernehmbaren Schwierigkeiten beim Besteigen des Klettergurtes - ich habe 3 Versuche gebraucht, bis alle Schnüre mit dem Körper in Anklang kamen - und nach einigen Mut einflößenden Wörtern an der ersten Stiege meisterten ALLE jetweige Fallstricke der tückischen Felswände. Einige mit einer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, andere mit unruhigem Magen und ungehorsamen Beinen. Durch diverse Felsspalten und einen schmalen Kamin. Mit einem flauen Gefühl beim Aufrichten auf dem Gipfel und mit aufleuchtenden Gesichtern bei dem märchenhaften Ausblick.

Über den Teller Chili con Carne beim Abstieg nach Schmilka verbreiten wir lieber den Schleier des Schweigens und schreiten direkt zum Ufer der Elbe.

Mit den ersten Tropfen schnappten wir uns ungewöhnlich lange Paddel, zogen - mindestens im Frauenboot weitestgehend farblich abgestimmt - Würmereste haltende Schwimmwesten über und machten uns auf den lustigsten und nassesten Weg seit Gedenken. 12 Kilometer - in den schaukeligen Schlauchbooten - mit dem Lauf des Stromes - bis nach Königstein.

Bestimmt war der zunehmende Regen daran schuld, dass wir so wahnsinnig viel gelacht haben. Wir hatten nur Irrsinn im Kopf! (Oder war es der Sektentzug?)

Die Jungs haben uns fortdauernd lediglich von hinten angegriffen - wie eintönig. Einem Wasserverkehrsschild sich fügend nahmen wir uns vor und schafften nicht, 70 Links-Umdrehungen zu meistern. Unter der "blitzenden" Beobachtung der nächsten Verkehrsschilder holten wir die uns "geklaute" Boote ein und schreckten die Besatzung mit ein paar harten Schlägen ab. Dabei vergaßen wir natürlich nicht, zwischen durch unseren Beckenboden zu stärken - anspannen / entspannen - har genau den Anweisungen Frau Dr. Sommer Folge leistend. Unser männlicher Steuermann war zeitweise verdächtig still geworden.

Die Helden des Tages wurden die Jungs von "kanu-aktiv-tours", die Ihren Bus im Nu in ein personenbeförderungstaugliches Transportmittel umwandelten und unsere Wartezeit von 2 Stunden bis zum nächsten Zug auf 0,00 h verkürzten. Aus der herrlich warmen Dusche hörte man nur Geräusche der Befriedigung.

Vor der weiteren feuchten Bescherung des Himmels - durch ein ausladendes Vordach geschätzt - versuchten wir, den gemütlichen Grillabend bis zur Mitternacht zu denen, um unserem Geburtstagskind zu gratulieren.

Für Sonntag hatten wir eigentlich nichts geplant, aber da uns die Sonne wieder gnädig war, "forderte" uns die Admiralität zum Besuch weiterer Sehenswürdigkeiten auf.

Bei dem Achterbahnerlebnis auf den schmalen Zick-Zack-Wegen der umliegenden Hügel "verloren" wir lediglich ein Wagen (Bei näherer Betrachtung könnte man von "sich abseilen" sprechen.) und so bewunderten wir quasi vollständig - mit zahlreichen "Oh's" und "Ah's" - die steilen Klippen des Elbsandsteingebirges, die tief unter uns sich in der malerischen Landschaft schlängelnde Elbe und in 305 m über dem Meeresspiegel die monumentale Basteibrücke.

Mit verträumten Lächeln und glitzernden Augen blättere ich die Bilder der Tausend-Augenblicke durch........ Es war eine wunderschöne Zeit mit all den Dragons ohne Anhang!

Bilder von der Tour: hier

 

Joomla Templates - by Joomlage.com