SAISONAUSKLANG | Dessau-Wörlitz-Lutherstadt Wittenberg-Roßlau-Dessau

Ein Abradeln und Abpaddeln am 12. & 13.10.2013 an und auf der Elbe voller Eindrücke, Erlebnisse und Bilder der wunderschönen herbstlichen Landschaft! Auch das Wetter hat mitgespielt.

Bei der verregneten Ankunft am Bootshaus der Dragon One in Dessau – Vorsicht, nicht Tiergartenstr. sondern Tiergarten Nr. 3 :-) - hat uns Ralf mit vollster Überzeugung weiß machen wollen, dass er das Wetter bestellt hat und dass es um Punkt 10:00 Uhr aufhören wird zu schütten. Punkt 10:00 Uhr hat der heilige Peter aufgehört, uns zu übergießen.

Also ging es los im Fahrradrudel durch das zauberhafte Gartenreich zwischen Dessau und Wörlitz.

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Durch die idyllischste der Anlagen – das Luisium. Durch die bunteste Blättervielfalt des englischen Landschaftsgartens schimmerten das Schloss der Fürstin von Anhalt-Dessau und das Schlangenhaus durch. Ich war so begeistert von den unzähligen Wassergräben und den langen Alleen, dass ich mich nicht entscheiden kann, ob wir die Pracht durch die Torhäuser oder durch den Ruinenbogen verlassen haben. (Auf alle Fälle wollte ich und habe es nicht fotografiert.)

Weiter ging´s, mit den Worten des Fürsten de Ligne gesagt, durch die reizendste Wildnis. Im Sieglitzer Park haben wir in Begleitung der kleinen Klöpfer eine Trinkpause am Haus „Der Besserung“ genossen. Eindeutig waren wir auf dem richtigen Weg :-) (Am Burgtor habe ich es nicht mehr ausgehalten, ich musste einfach anhalten und diese märchenhafte Szenerie belichten.)

Durch den Torbogen „Zum Eichenkranz“ haben wir das nächste Kleinod erreicht. Nach einem kurzen Aufenthalt am lodernden Kamin beim Flammkuchen oder Gewürzfleisch, blieb für die Interessierten nur begrenzte Zeit zur Besichtigung des Wörlitzer Parks. Es hieß, in die Pedale treten und sich von Verena führen lassen.

Zwischen den ausgewachsenen Bäumen schnell den Bild des Bibelturms wahrzunehmen. Einer kurzen Geschichte zur Entstehung der Felsinsel Stein zu lauschen. Ein Gruppenfoto auf der ersten Brücke aus Gusseisen auf dem europäischen Festland. Die Fahrräder abzustellen, um die rhythmischen Bewegungen einer Kettenbrücke einzeln auszuprobieren. Venustempel und die höchste Zeit, der Rest der Expedition telefonisch zu allarmieren, dass wir es nicht zum Treffpunkt schaffen und an der Anhalt-Dessauischer Wildkammer angesammelt werden wünschen.

Der ELBERADWEG führte uns an den Ufer des Flusses, wo wir auf die anhaltische Mundart rufen konnten: „Feehrmann hol mich rewwor, dor Wäk is noch weet, ick hew keene Zeet…“, oder 3x läuten, um nach Coswig (Anhalt) zu kommen.

Weiter schlängelte sich der Weg durch den Wald und entlang einer Autostraße (vermutlich der 187) bis zu einem Aussichtspunkt über der Elbe. (Wenn wir morgen da unten mit denPaddeln in den Händen dem Strom folgen, werden wir gerade 15 km hinter uns haben. Oder hieß es noch 15 vor uns?)

Ein kaputter Reifen hat uns eine nicht eingeplante Einlage beschert. Eine kleine Führung durch ein renoviertes Hof und ein enges Beisammensein in einem Bierkeller. Und für die letzten 10 Kilometer doch noch eine Regendusche :-)

Im Kern der Lutherstadt Wittenberg hat uns eine historisch bekleidete Frau mit einigen Touristen begrüßt. Sie hatte eine Witzelei über die Ritter mit den komischen Rossen fallen lassen. Wir, edle Herren, haben uns von den metallenen Erfindungen durch die sich leerenden Gassen bis zum Ruderverein in der Dresdener Straße fahren lassen. Die Tachometer zeugten von der hinterlegten Entfernung. Von 42 km (bei dem, der erst später angefangen hat, zu messen) – über 44 km (ohne zusätzliche Angaben) – bis zu 56 km (bei dem, der alles, auch die Rundfahrt in Wörlitz, registrierte). Für die zwei Beine besitzenden Gestalten war der Tag jedoch noch nicht zu Ende.

Nach 25 Minuten „sich trocken legen“ haben wir uns per Pedes wieder an den Weg zurück in die Stadt gemacht. Das tropfende Wasser von den Rändern der Regenschirme und der Ponchos hat unsere Hosen bis zu den Knien erneut gründlich befeuchtet :-) Und obwohl unsere Körper nach dem warmen Mal in Tante Emma´s Bier & Cafe Haus am Markt über dem Gläschen Lutheraner Müdigkeit vorgetäuscht haben, hatte dieser Abend noch eine Fortsetzung im Bootshaus am Ort unserer Unterkunft. Außer Bier und Sekt gab es auch unanständige Getränke (FICKEN … Likör) und viel zum Lachen.

Der folgende Tag wollte sich bestimmt mit der Elbe duellieren. Die Zeit flog beinah so schnell, wie der Wasserstrom zwischen den Ufern. (Möglicher Weise hat auch die nicht gerade in die Höhe schießende Quecksilbersäule im Thermometer eine geringere Rolle gespielt.)

Der Anfang sah vorerst sehr gemächlich aus. Ein bildschöner Sonnenaufgang und ein königliches Frühstücksbuffet weckten Erinnerungen an ein Urlaub auf dem sich dem Äquator nähernden Teil der Erdkugel. Doch bereits die ersten Minuten zwischen dem Beladen des Hängers und dem Abladen der Boote haben uns die kriechende Kälte spüren lassen.

Ich war noch nie gut in der Schätzung der Zeit oder der Entfernung und konnte somit Sigis Frage nach zu erwartender Schnelligkeit nicht beantworten. Doch nach einem relativ kurzen Aufenthalt auf dem Wasser hat Christel die Kilometerschilder entdeckt (Wir hatten bereits erste 3 Km hinter uns gelassen.), die einfach in unglaublich kurzen Abständen an uns vorbei schossen. Und das mit jeweils 12 Paddlern am Bord.

Ralf war auch der Meinung, dass wir uns dem Mittagstreffpunkt zu schnell nähern und hat immer wieder eine Paddel-Halt-Pause eingelegt. Wenn die Sonne den Kampf mit der dicken Wolkendecke zwischen durch gewonnen hatte, war es sehr angenehm, sich treiben und wärmen lassen, aber wehe die Sonnenstrahlen drangen zu uns nicht durch. Die aktive Wärme hat die Muskeln sehr schnell verlassen und das Zittern nahm Überhand. Unverzüglich wurden die Schlagleute von uns zur weiteren Fahrt animiert.

Bei Kilometer 235,9 auf dem Gelände des Kanuvereins Coswig (kurz vor der Gierfähre) waren eine aus dem Seesack gezauberte Überziehjacke und Connys wärmende Knickkissen sehr sehr sehr willkommen. Den servierten heißen Kaffee mit himmlischen selbstgebackenen Keksen und den dampfende Kesselgulasch haben wir richtig genossen! Und als die Sonne den Weg zu uns wieder gefunden hatte, haben wir alle wie die Katzen geschnurrt.

Auf den restlichen 22 Paddelkilometern hatten wir noch viel Spaß gehabt. Auf der Suche nach den Flussbibern hatten wir unsere Phantasie spielen lassen und haben viel mehr Vertreter der Tierwelt entdeckt. Heute kann ich mich noch an Krokodilen, Elefanten und Murmeltiere erinnern.

Als es hieß, wenn jetzt 2 Brücken kommen, sind wir gleich da, haben wir fleißig nach möglichen Bauwerken zum Überspannen von Hindernissen in Verkehrswegen Ausschau gehalten und darüber diskutiert, ob die Überbrückung, die wir gerade in der Landschaft entdeckt haben, eine von denen ist, die unser dessauischer Steuermann gemeint hat. Was er prompt verneint hat :-)

Bei Kilometer 257,9 kamen sie. Die Straßen- sowie die Eisenbahnbrücke und in der unmittelbaren Nachbarschaft der Paddelverein Roßlau mit weiterem heißen Kaffee, allen möglichen Arten von Kuchen und unseren, für den letzten Abschnitt vorbereiteten, Fahrrädern.

Ein riesiges HOCH auf jedes einzelne Teammitglied der Dragon One! Es war ein fabelhaftes, perfekt durchorganisiertes Wochenende.

 

Text by Zuzka

Bilder findet Ihr wie immer in unserer Gallery >>

 

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