Geschichte des Drachenbootsports

Ein Drachenboot (chinesisch 龙舟 lóngzhōu oder chinesisch 龙船 lóngchuán) ist ein besonders langes, offenes Paddelboot, das ursprünglich aus China stammt. Zumeist stellt es durch Bemalung und/oder Schnitzarbeiten sowie einen dekorativen Drachenkopf und -schwanz einen stilisierten chinesischen Drachen dar. Die Boote werden heute weltweit als Sportboote oder bei Veranstaltungen verwendet und auch dann als Drachenboot bezeichnet, wenn auf die dekorativen Elemente verzichtet wird.
Quelle: Wikipedia

Viele Legenden ranken sich um den Ursprung des Drachenbootsports, der mit dem Tod des Staatsmannes und Poeten Qu Yuan verbunden ist. Qu Yuan wurde um 340 v.Chr. als Sohn einer aristokratischen Familie im Staate Chu, der heutigen Provinz Hubai, geboren in einer Epoche, die als die Zeit der kriegerischen Staaten bezeichnet wurde. Mei Huai der König von Chu berief Qu Yuan zum Minister für Gesetz und religiöse Zeremonien (Fa Ling Guan).Alle damaligen Gesetze des Landes Chu wurden von Qu Yuan niedergeschrieben. Aufgrund eines Streites über die Außenpolitik mit dem Großkämmerer wurde er vom König all seiner ministerialen Dienste enthoben. Als König Mei Huai von dem König des Landes Qin eingeladen wurde, einer Konferenz in der Provinz Shaanxi beizuwohnen, riet Qu Yuan seinem König nicht zu gehen. Doch des Königs Sohn teilte diesen Ratschlag nicht. König Mei Huai ging zu der Konferenz und wurde gefangen genommen.
Qu Yuan machte daraufhin des Königs Sohn für die Geschehnisse verantwortlich, und wurde aus diesem Grunde vom Königshof in die barbarischen Provinzen südlich der Hauptstadt Jiang Ling verbannt.
Auf seinem Weg ins Exil gelangte er an den Fluss Mi Luo in der Provinz Humnan. Während dieser Zeit verfasste er eines der einflussreichsten Werke der chinesischen Dichtung - das Li Sao. Voller Gram über seine Verbannung und die politischen Missstände sah er wohl keinen Ausweg mehr. Er stürzte sich in die Fluten des Mi Luo. Die Nachricht über seinen Freitod verbreitete sich schnell in den nahe gelegenen Dörfern. Fischer, für die Qu Yuan Hoffnungsträger im Kampf um eine Landreform geworden war, versuchten ihn zu retten. Sie lieferten sich ein Wettrennen mit ihren Booten und versuchten mit lauten Trommeln die gefährlichen Fische zu vertreiben und warfen dabei mit Reis gefüllte Blätter (Zong Zi) ins Wasser. Vergeblich...

Seither zelebrieren die Fischer in jedem Jahr am 5. Tag des 5. Mondes zu Ehren Qu Yuan's Feierlichkeiten mit Symbolischen Bootsrennen, an denen auch die obersten Regierungsbeamten zugegen waren. Später wurden die Boote mit Drachenköpfen verziert.
Die über 2000jährige Tradition der Festivals ist in den bis heute existierenden chinesischen glaubensvorstellungen verankert, Regen, reiche Ernte, Gesundheit und Glück zu bringen, für die der Drachen als Symbol steht.
Heute ist der Drachenbootsport in Asien sowohl ein professioneller Leistungssport, als auch ein beliebter Breitensport. Die bedeutenden Rennen in Hong Kong und Singapur werden grundsätzlich als bunte Festivals, die sich größter Beliebtheit erfreuen, gefeiert. 1976 fand in Hong Kong das erste internationale Drachenbootfestival statt.
Seither entwickelte sich der Drachenbootsport weltweit zu einer modernen Sportart, die heute in 45 Länder ausgeübt wird. Das erste europäische Drachenbootrennen wurde 1980 in London ausgetragen.
Inzwischen sitzen hierzulande mehr als 80 Mannschaften regelmäßig im Drachenboot, abgesehen von den vielen Fun-Teams, die nur hin und wieder zum Paddel greifen. 1990 schlossen sich die sportlich ambitionierten Mannschaften im Deutschen Drachenbootverband DDV zusammen, um den Sport wettkampfmäßig zu betreiben. So werden jährlich Cup-Wettbewerbe und Deutsche Meisterschaften in den Klassen Frauen, Mixed und Open sowie über die Strecken 250m, 500m und 1000m ausgetragen.

Ein Drachenboot, wie es beispielsweise bei dem City Cup eingesetzt wird, misst 12,49m in der Länge und 1,16m in der Breite und wiegt ca. 250 kg. Es kann auf kurzen Strecken eine Geschwindigkeit von ca. 15km/h erreichen. Es ist mit 16 bis 20 paarweise hintereinander sitzenden Paddlern, einem Steuermann im Heck und einem Trommler im Bug besetzt.

 

 

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